Dieses Auto zählt zu den absoluten Highlights der kommenden Ennstal. Rolf und Marietta Schneeberger bringen zur 20.Ennstal-Classic nach Jahren der Abwesenheit wieder ihre einzigartige SWB Berlinetta in der Competition Ausführung.
Rolf Schneeberger aus Zürich, ein früherer Swissair-Jumbo Käptn mit über 13.000 Flugstunden, ist glücklicher Besitzer einer geschichtsträchtigen Competition Berlinetta mit kurzem Radstand. Chassisnummer #2149 wurde 1960 für den Belgier Olivier Gendebien ausgeliefert. Gendebien galt zu seiner Zeit als einer der besten Langstreckenpiloten der Welt, er war Ferrari-Werksfahrer, aber im Grand Prix-Wagen wurde er nie richtig heimisch. In der zwischen 1959 und 1962 aufgelegten Serie von 167 SWB-Ferrari fanden sich wohl keine zwei identischen Autos. Die Gendebien-Berlinetta war besonders leicht und heiß, er fuhr damit 1960 gegen seinen Landsmann Willy Mairesse, der eine ähnliche SWB-Berlinetta ausgefasst hatte.
Mairesse gewann die Tour de France, nachdem Gendebien vor dem Rundstreckenrennen in Le Mans Kolbenschaden hatte. Gendebien fuhr zwar nach einer Reparatur weiter und wurde noch auf Rang 14 klassiert.
Beim 1000 km Rennen von Paris, in Montlhery, revanchierte sich Gendebien: Er führte #2149 zusammen mit seinem Co-Piloten Bianchi zum Sieg.
Rolf Schneeberger fand auf seltsame Weise zu diesem Auto.
Auf dem Weg nach Mas du Clos, wo Pierre Bardinon das Mekka aller Ferrari-Anbeter etabliert hat, traf man einen Ferrari Daytona, der mit Batterieschaden am Straßenrand stand. Rolf hielt seinen Daytona an und half dem französischen Glaubensbruder mit einer Batterie aus. Ein Jahr später kam der Mann aus Lyon mit einem grauen SWB-Ferrari nach Mas du Clos: das war #2149.
Rolf Schneeberger heute: «Genau dieser Ferrari war mein Traumauto.»
Die Berlinetta wechselte im Oktober 1980 den Besitzer.
In 8 Sekunden auf 100, über 220 km/h Spitze: Diese SWB-Berlinettas mit dem 3-Liter, 280 PS starken V12 Zylindermotor, markieren den Höhepunkt der Gran Turismo-Epoche.