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Die Ennstal-Classic verliert ihren Pressechef: Otto Burghart überraschend gestorben

Ein Nachruf von Helmut Zwickl

Am Donnerstag dieser Woche erreichte uns die Hiobsbotschaft: Otto Burghart ist tot. Wir konnten es nicht glauben, dass es den Otto, von uns «Burgi» genannt, nicht mehr gibt. Seit eineinhalb Jahrzehnten betreute er bei der Ennstal-Classic die Medien. Er war ein Vollprofi und für uns der richtige Mann an der richtigen Stelle. Im Team der Ennstal-Classic war er eine Lichtgestalt. Urig, komisch, ein Original, mit seinem herrlichen Wiener Schmäh` war er die Stimmungs-Kanone in unserem Team, er war der Brückenschlag zwischen der jungen und alten Generation.

Ich selbst verliere mit Burgi einen Wegbegleiter in fast 25 Jahren Formel 1 Berichterstattung. Jahrelang sind wir mit Auto und Flugzeug in der ganzen Welt zu den Rennen gereist. Wir haben zusammen die große Zeit des Niki Lauda und des Gerhard Berger erlebt, die schlimmen Unfälle, die großen Sternstunden, die Skandale und die besten Rennen. Die Formel 1 war noch ein tolles Abenteuer, voller Romantik und Geheimnisse, man hatte es mit tollen Leuten zu tun, über die man wunderbare Stories schreiben konnte.

Burgi war Jahrgang 1943, er hatte den Beruf eines Schriftsetzers erlernt, damit kam er erstmals mit der Journalistik in Kontakt. Fasziniert von der «Zeitungswelt» versuchte er in diesem Metier Fuß zu fassen. 1970 bot sich die Chance: er wurde beim ÖAMTC-Magazin Auto Touring angestellt. Sein Aufgabengebiet war die graphische Gestaltung des Blattes, daneben schrieb er Reportagen, Testberichte und das Resort Motorsport gehörte ihm.

Zusammen machten wir ein Buch über die dramatische Grand Prix Saison 1976: «Niki Lauda: Man stirbt nur einmal». Otto kümmerte sich um das Layout und die Produktion, ich schrieb die Texte. Wir waren zusammen mit dem Fotographen Alois Rottensteiner eine eingespielte Dreierseilschaft, in den 80er Jahren kam auch Michael Glöckner als Formel 1-Fotograph dazu. Beim Formel 1-Grand Prix auf dem Österreichring hatten wir in einem Wohnwagen die Kurier-Redaktion eingerichtet, Burgi war Chef vom Dienst. Als es noch kein Fax gab, telefonierte er meine Rennberichte zum Kurier durch. In Zandvoort nahm er einst Bernie Ecclestone an der Hand und zeigte ihm das «Pressezentrum»: eine winzige Blechbaracke mit drei Feldtelefonen, vier Meter hinter der Baracke fuhren die Rennautos vorbei: «Zandvoort is shit, all telephones are shit» pfauchte er den Ecclestone an. Der nickte ihm freundlich zu.

Burgi avancierte später zum Chefredakteur von Auto Touring, er hatte das Gespür, was die Leute lesen wollen.

In der größten Hektik der Ennstal-Classic, wenn die Medien-Vertreter bei ihm Schlange standen, hielt er dem Druck mit seinem Witz stand.

Er wird uns wahnsinnig fehlen.


Otto Burghart und Helmut Zwickl in den 80er Jahren bei den F1 Grand Prix.

 

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