Nach einem tief winterlichen Prolog auf den Dachstein übernahmen Fritz und Karin Müller auf ihrem Paris-Peking-erprobten Ford Escort, Baujahr 1972, die Führung bei der Planai-Classic.
Zwei Sonderprüfungen, aber die haben es in sich. Vor allem die insgesamt neun (in Zahlen: 9!) Vorkriegs-Fahrzeuge, absoluter Rekord im Starterfeld der Planai-Classic, wurden gleich zu Beginn des Oldtimer-Jahres 2026 auf eine harte Probe gestellt. Bei soliden Minus-Temperaturen und dichtem Schneefall, also exakt den tiefwinterlichen Bedingungen, die man sich von einer Winter-Oldtimerrallye erwartet, nahm das Rekord-Starterfeld von 65 Autos den Dachstein von der Ramsau aus in Angriff.
Zwei Bentleys, drei Bugatti, ein Austin Seven Ulster Special sowie ein Sunbeam Supersport von den Planai-Routiniers Jonas Lach und Johann Kofler, ein Delage und ein Frazer Nash: insgesamt neun Autos mit Baujahren vor 1940 führen das Klassement an, zumindest was das Alter betrifft. In bester Laune, unbeeindruckt von den widrigen Bedingungen trieb eine verschworene Gruppe von Enthusiasten aus Deutschland, Österreich, Großbritannien und Italien das wertvolle Edelblech den Berg hinauf. Drifts waren nicht zu verhindern, vor allem knapp unterm Ziel war die Straße glatt, was einen 36er-Schnitt zur Herausforderung machte. Der guten Laune tat dies keinen Abbruch: Oben an der Liftstation wurden fröhlich Drifts zelebriert, zum Gaudium der anderen Teilnehmer.

Sportlich spielen die Vorkriegs-Modelle freilich eine untergeordnete Rolle. Sieht man sich das Klassement nach dem ersten Abend der Planai-Classic 2026 an, findet man altbekannte Ennstal-Veteranen. Erst gegen Ende der Sonderprüfung konnten Fritz und Karin Müller mit jenem Ford Escort, der im Vorjahr die honorige Paris-Peking bestritt („und nach dem Planai-Einsatz in die Vitrine wandert“, so Eigentümer Fritz Müller) die Führung um heiße 35 Punkte an sich reißen. Und damit die Ennstal-Siegerinnen (2024) und Alfisti-Sisters Margarita und Magdalena Voglar (Alfa Romeo Giulia TI von 1965) haarscharf auf Platz 2 verwiesen. Diesen teilen sie sich ex aequo mit Claude und Andrea Schwegler (Volvo 123 GT, 1969)
Eher selten entsprach das Klassement des ersten Abends dem Endstand der Planai-Classic. Und bei Top Ten innerhalb einer Range von 141 Punkten ist tatsächlich noch alles offen. Es bleibt spannend.
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