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„Zurück zum Ursprungsgedanken“

Rallye-Legende Walter Röhrl beim Versuch, in nur wenigen Minuten eine Rallye-Weltmeisterschaft zu skizzieren, wie er sie gestalten würde.

Michael Noir Trawniczek, Fotos: Markus Kucera

Walter Röhrl zu Gast bei der Ennstal-Classic, wo er im Rahmen der Chopard Racecar Trophy einen Porsche 718/8 W-RS pilotierte – beim traditionellen Chopard-Brunch ist der zweifache Rallye-Weltmeister ein begehrter Interviewpartner. So bleibt nur Zeit für einen kurzen Talk.

Von den Gästen der Ennstal-Classic kommt oftmals Kritik an der Gegenwart, nach dem Motto „Früher war alles besser“ - doch interessant wäre, wie die Gegenwart aussehen würde, wenn Leute wie ein Walter Röhrl die Regeln schreiben würden…

Röhrl findet den Vorschlag, etwas Konstruktives zu liefern und in aller Kürze „seine“ Rallye-Weltmeisterschaft zu skizzieren, eine WM also, wie er sie gestalten würde, gut, auch wenn er zunächst angesichts der knappen Zeit resigniert…

Walter Röhrl – wie würde deine Rallye-Weltmeisterschaft aussehen?

Au, au, au, so kurz kann ich das gar nicht sagen – nein, ohja, okay, ich kann es schon sagen. Meine Rallye-WM würde so aussehen, dass die Autos wieder PS haben – damit man nicht mittreten muss. Ich würde die Rallyes so lange gestalten, dass es bei Tag und Nacht geht. Damit man wieder auf den Ursprungsgedanken der Zuverlässigkeit von Mensch und Material kommt. Und ich würde vor allem dieses Reifenverbot, dass man immer drei Prüfungen mit einem Reifensatz fahren muss – das würde ich sofort abschaffen, denn das ist absolut sträflich, was die verantwortlichen Leute hier mit den Piloten aufführen.

Wo würde man fahren? Welche Rallyes würde es in deiner WM geben?

Es gehören die typischen Rallyes wie eine Rallye Monte Carlo. Es gehört eine Sanremo, es gehört Neuseeland, es gehört sicherlich eine Rallye in Südamerika, in Argentinien oder Brasilien. Es soll eine Weltmeisterschaft sein, es muss in Schweden gefahren werden, es muss in Finnland gefahren werden. Und natürlich sollte man vielleicht auch versuchen, im Osten eine vernünftige Rallye auf die Beine zu stellen.

Die Autos – würden die so wie die aktuellen R1, R2 oder R3-Autos auch wie PKWs aussehen oder würden die anders aussehen?

Ich würde sagen: Man sollte wieder Sportwägen für den Sport benützen. Und nicht Seriengroßautos, nur damit man Werbung hat und viele Autos verkaufen kann. Denn im Prinzip sind das heute keine echten Sportwägen. Dafür gibt es ja Sportwägen, dass man mit ihnen echten Sport betreibt. Und das ist heute im Grunde verboten – mit dem Porsche kannst du eigentlich nicht mehr rallyefahren. Da liegen wirtschaftliche Gedanken dahinter, doch das sind keine Gedanken des Sports.

Dann hoffen wir, dass ‚deine‘ Rallye-WM Wirklichkeit wird.

Wenn nicht, ist es mir wurscht.

(lacht) Okay, vielen Dank Walter.

Gern geschehen.

Walter Röhrl 2014: Racecar Trophy  (© Markus Kucera)
Chopard Brunch 2014: Gruppenfoto (© Markus Kucera)