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Justizminister Brandstätter: „Mein absolutes Highlight“

Der Justizminister Dr. Wolfgang Brandstetter erklärt im Interview, warum die Ennstal-Classic ein weltweites Highlight ist. Weiters spricht er über seine Leidenschaft zu Gebrauchs-Oldtimern und seine ersten automobilen Erfahrungen.

Justizminister Dr. Wolfgang Brandstätter fährt heuer bereits zum zweiten Mal die Ennstal-Classic. Im Interview spricht der 58-jährige Eggenburger über seine große Leidenschaft zu Autos aus seiner Jugend, warum Autofahren für ihn die größte Entspannung ist und welchen Stellenwert Oldtimer für ihn haben.

Herr Justizminister, warum fahren Sie Oldtimer-Rallyes?
Weil es eine riesige Freude für mich ist. Das ist mein persönlicher Urlaub. Ich mache das wirklich gerne und es ist für mich das Schönste was es gibt, sich mit technischem Kulturgut zu beschäftigen und dieses auch am Laufen zu halten. Und gerade bei Fahrzeugen zu denen man eine bestimmte Beziehung hat, macht das besonders viel Spaß.

Ich habe einen VW K70, Anfang der 70er-Jahre, einmal als Vorführwagen erlebt, damals war bei uns zuhause ein neues Auto fällig, das alte war eingegangen. Das weiß ich noch, der hätte damals 80.000 Schilling gekostet. Das war damals aber leider nicht drin, ich habe gerade den Führerschein gemacht und hätte gerne so ein Auto gehabt. Es ist dann ein Mazda 1000 geworden, der nur die Hälfte gekostet hat.

Aber seit dieser Zeit habe ich den VW im Kopf und vor etwa sechs, sieben Jahren wurde dieses Fahrzeug dann angeboten. In Retz am Hauptplatz, von einem Weinbauern, der wollte den für seine Tochter haben. Die wollte das Auto aber Gott sei Dank nicht und ihm war es dann auch recht, dass das Auto in gute Hände kommt.

Diese Autos sind auch nicht teuer, keine Preziose oder Wertanlage. Aber es ist technisch interessant. Auch nicht leicht in Schuss zu halten, da es kaum mehr Teile gibt. Vor vierzig Jahren konnte ich mir so ein Fahrzeug zwar nicht kaufen, heute leiste ich es mir aber so ein Fahrzeug zu erhalten, zu hegen und zu pflegen und erledige den Großteil der Arbeiten auch selbst.

Sie schrauben also noch selbst?

Das mache ich soweit ich kann gerne, weil mir das an diesem Auto sehr viel Freude bereitet. Ich habe persönlich noch drei weitere, die auch fahrfähig sind und mit denen ich auch immer wieder fahre. Das ist ein VW Käfer ein Puch 500 und eben der K70. Und heuer wollte ich eben unbedingt mit diesem fahren.

Es könnte sogar sein, dass der damalige Vorführwagen aus dem Jahre 1973 oder 74, sogar dasselbe Fahrzeug gewesen sein, da es damals nicht so viele in der Region gab. Auch wenn es nicht derselbe ist, ich habe eine riesen Freude damit.

Könnte man dieses Fahrzeug als Ihr kleines, persönliches Traumauto bezeichnen? Es hätte ja damals Ihr erstes Auto sein können…

Das wäre dann doch zu viel. Es war aber damals ein Fahrzeug, welches mir irrsinnig imponiert hat. Ich war zwar mit dem 1000er Mazda auch sehr zufrieden. Doch damals beeindruckend war, wie weit dieses Fahrzeug technisch vorne war.

Ich war ja immer technisch interessiert und dieses Fahrzeug war auch eine NSU-Entwicklung und VW hat die Technik damals geerbt. Der K70 war dann das ungeliebte Kind von VW, das merkt man auch im Konzern, weil die Teileversorgung so schwierig ist. Insofern ist er auch wieder interessant, weil er seiner Zeit zu weit voraus war. Vom Design her ist er der kleine Bruder des NSU 80 und das hat mir immer gefallen, obwohl das natürlich polarisiert. Ich finde es war für die damalige Zeit ein Spitzenfahrzeug und immer unterschätzt.

Man kann mit diesem Fahrzeug problemlos im Verkehr mitschwimmen, das Auto ist ja immerhin über 40 Jahre alt. Ich bin auch heute von meiner Heimat im Waldviertel bis hierher ohne Probleme gefahren.

Ich lasse das was original ist, auch weiter original. Man würde sich vielleicht einen besseren Radio wünschen, aber der bleibt wie er war und das gehört einfach dazu.

Wie viel fahren Sie denn mit diesem Auto?


Ich versuche natürlich alle drei meiner Autos regelmäßig zu bewegen, zeitbedingt fahre ich aber nicht sehr viel. Durch die Ennstal Classic hoffe ich mit dem auf deutlich über tausend Kilometer komme, das ist schon was. Mit den anderen beiden bin ich ein paar hundert Kilometer gefahren, aber ich versuche in der schönen Jahreszeit immer mal die Fahrzeuge zu bewegen.

Das brauchen die Fahrzeuge ja auch. Das ist für mich die Art von Entspannung die mir am Meisten gibt. Und dafür ist die Ennstal-Classic ein absolutes, sogar weltweites, Highlight. Die Chance daran teilzunehmen, ist ein echtes Privileg und das weiß ich sehr zu schätzen.

In diesen hektischen Zeiten, in denen es auch im Verkehr teilweise wild zugehen kann, entspannt so eine Art von Auto? Wie wirkt sich das auf ihr Fahrverhalten aus?

Man fährt ja mit so einem Auto grundsätzlich eher defensiv, aber es ist in jeder Beziehung absolut entspannend. So ein Fahrzeug entschleunigt eben. Das entscheidende ist auch immer, und davon hängt auch der Erholungswert ab, ob das was man tut einem Freude bereitet.

Das kann durchaus auch manchmal körperlich anstrengend sein. Das macht aber auch nichts, wenn die Freude dabei ist und wenn man mit Leidenschaft mit dabei ist, dann ist es auch etwas was einem die Erholung gibt, die man für die weniger lustigen Dinge braucht. Für mich ist es eine ganz wichtige und wertvolle Entspannung. Es war vor allem immer sehr konstruktiv, wenn ich am Auto herumarbeite, oder poliere, oder putze, oder versuche, die letzte noch fehlende Zierleiste aufzutreiben, selbst das macht Spaß.

Trotzdem bleibt es ein ewiges Projekt?


Aber das macht nichts. Das Entscheidende an der Oldtimerei ist, dass man möglichst viel Menschen, damit möglichst viel Freude bereitet. Deshalb lass ich auch meine Beifahrer sicher fahren. Die sollen selber auch ein paar Runden fahren und selber auch die Freude haben mit so einem Fahrzeug fahren zu bewegen. Da bin ich auch überhaupt nicht heikel. Diese Freude soll geteilt werden und das Oldtimer fahren gehört zu den Dingen, die wenn man sie teilt, verdoppelt werden.

Wie ist denn grundsätzlich Ihre Leidenschaft entstanden? Ich merke da sehr viel Herzblut und dass Sie gerne Auto fahren.

Schon sehr früh. Ich bin bereits in Jugendjahren mit diversen Fahrzeugen unterwegs gewesen, auf Privatgrund selbstverständlich. Aber es entsteht einfach das Interesse und das steigert sich dann zur Leidenschaft. Ich hab aber nie einen besonderen Hang zu teuren Fahrzeugen gehabt, ich hab auch keinen teuren Oldtimer. Meine Autos sind Gebrauchsfahrzeuge von früher und das machts auch leichter sich zu entspannen.

Es ist vielleicht nicht ganz so entspannend, wenn man mit einem Mercedes SL unterwegs ist. Das sind ja unheimliche Werte, die man da bewegt und für die man da verantwortlich ist. Für mich sind das aber auch lebendige Zeitzeugen, aus einer Zeit meiner Jugend und daher verbinde ich auch mit einem Fahrzeug aus den 70er-Jahren sehr viel.

Aber das geht jedem von uns so. Wenn man ein Fahrzeug aus unserer Jugend fährt, dann erinnert das einen natürlich an diese Zeit zurück und das ist was extrem Schönes und eben ich verbinde sehr angenehme Erinnerungen mit dem K70.

Mein erstes Auto war ein VW 1500. Extrem gebraucht, der hat auch nicht lang gehalten. Dann war es ein Ford Cortina, auch stark gebraucht, der hat ebenfalls nicht lang funktioniert. Und dann hab ich mir gedacht, ich brauche endlich mal was Verlässliches. Dann hab ich mir einen Käfer gekauft und den hatte ich dann sehr lange.

Haben Sie einen Bezug zu einer speziellen Marke?

Mein Vater hatte zu Hause immer Käfer und bis wir dann Anfang der 70er-Jahre wir eben den Mazda angeschafft haben, weil er einfach damals die Hälfte gekostet hat.

Justizminister Brandstätter: „Mein absolutes Highlight“: Justizminister Wolfgang Brandstetter und Co-Pilot Maximilian Müller im VW K 70.  (© © Ennstal Classic/GEPA/Harald Steiner