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Interview mit Friedrich „Fritz“ Enzinger, Leiter Porsche Motorsport und Konzern-Motorsport der Volkswagen AG, Startnummer 52.

Friedrich „Fritz“ Enzinger hat Benzin im Blut und ein großes Herz für den Motorsport. Nach vielen Jahren in der Motorsportabteilung von BMW wechselte er 2011 zu Porsche, wo er mit seinem Team von 2015 bis 2017 sechs WM-Titel und drei Le Mans-Erfolge feiern konnte. 2019 wurde er Leiter Motorsport bei Porsche und koordiniert seitdem auch die Motorsport-Engagements des Volkswagen Konzerns. Bei der Ennstal-Classic startet er mit einem Porsche 356 1600 Speedster.

Wie schafft man es als gebürtiger Steirer aus der 1.000-Seelen Gemeinde Oberwölz zum Leiter Porsche Motorsport und Konzern-Motorsport der Volkswagen AG?
Fritz Enzinger: Ich denke ich habe alle beruflichen Chancen genutzt und hatte das Glück, dass ich bei Porsche mit einem weißen Blatt beginnen durfte. Darüber hinaus entstanden ein unglaublicher Teamspirit und eine sehr erfolgreiche Zeit, mit drei Le Mans Siegen in Folge und sechs WM Titeln.

Was verbindet Sie als wahrer Racer mit Classic-Fahrzeugen, und wie stehen Sie zu Classic-Wettbewerben wie die Ennstal-Classic?
Classic Fahrzeuge haben eine Historie und Bewerbe wie die Ennstal Classic sollen nachhaltig sein, vielleicht verwenden wir schon in ein paar Jahren synthetische Kraftstoffe und sind CO2 neutral.

Ist es eine große Umstellung vom modernen Motorsport zu Veranstaltungen wie die Ennstal-Classic?
Bei Motorsportveranstaltungen ist der Focus Rennen zu gewinnen, bei der Ennstal Classic genießt man die schöne Landschaft in historischen Fahrzeugen.

Sie sind bekannt für Ihre Verbundenheit mit Ihrer Heimat. Jetzt ist Ihr Geburtsort Oberwölz beim Prolog am Donnerstag Etappenort. Ist dieses „Heimspiel“ für Sie etwas Besonderes?

Ja, sehr sogar. Oberwölz ist nicht nur die kleinste Stadt der Steiermark, sondern auch die schönste. Eine traumhafte Gegend und nette, bodenständige Menschen. Hier bin ich daheim.

Wie fühlt es sich an, bei der Ennstal-Classic in einem Porsche zu starten, dessen Baujahr Ihrem Geburtsjahr entspricht?

Das Baujahr 1956 war einfach ein unglaublich guter Jahrgang ( lacht sehr )…..

Motorsport ist Emotion, Classic-Fahrzeuge sind gelebte Emotion. Wo liegen für Sie die Prallelen und wo die Unterschiede?
Motorsport ist Wettbewerb und löst unglaubliche Emotionen über Sieg und Niederlage aus. An Classic Fahrzeugen erfreut man sich, besonders an ihrer Historie. Ein Traum, sie bewegen zu dürfen oder gar eines zu besitzen.

Wie sehen Sie die Entwicklung von Porsche in der Formel E?
Die Formel E ist eine sehr junge Serie. Weltweit fahren vollelektrische Fahrzeuge in den Städten vor einem sehr jungen Publikum und in keiner anderen Serie sind so viele Automobilhersteller involviert. Wir als Porsche sind das jüngste Team, wollen aber schon in unserer zweiten Saison einen Sieg einfahren.

Im August starten zwei Porsche Werksteams beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Wie schätzen Sie ihre Chancen ein?
Das Ziel ist klar, aber Le Mans kann man nicht gewinnen, sondern Le Mans lässt dich gewinnen.

Sie sind bei Volkswagen für die strategische Ausrichtung von acht Marken zuständig. Wie schaffen Sie das zeitlich und wie oft sehen sie noch Ihr heimatliches Lachtal?
Leider waren die Besuche der einzelnen Marken im Volkswagen Konzern die Motorsport betreiben in der Pandemie schwierig. Gerade weil es eine unglaublich interessante Aufgabe ist, italienische Marken wir Ducati oder Lamborghini oder Marken wie Bentley, Skoda, Audi und Seat und natürlich Porsche strategisch im Motorsport zu betreuen. Trotzdem finden wir aber immer wieder die Zeit für Heimatbesuche in der Steiermark.

Sie feiern im September Ihren 65. Geburtstag. Haben Sie schon Pläne als Pensionist, wie zum Beispiel öfter an der Ennstal-Classic teilzunehmen?
Ich hatte das Glück, mein Hobby zum Beruf zu machen und deshalb lasse ich die Rente auf mich zukommen, mal schauen, was sich alles noch ergibt.

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