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Stuck: „Es geht in die richtige Richtung“

Hans-Joachim Stuck schilderte im Rahmen der Ennstal-Classic seine Sicht der Dinge über die Zukunft der DTM, die Rekordfahrten von Porsche und die Hersteller-Krise in Le Mans.

Michael Hintermayer & Fabian Bonora
Fotos: Ennstal-Classic/Peter Meierhofer & Martin Huber


Nach dem Bekanntwerden des Ausstiegs von Mercedes aus der DTM steht die Rennserie vor einem Überlebenskampf. Wie sieht die aktuelle Situation aus?

„Ja, es ist schwierig. Aber jetzt haben wir Gerhard Berger an Bord und die Zusammenarbeit mit ihm ist hervorragend. Er ist ein Racer und das ist wichtig, weil er weiß, um was es geht. Wir, beziehungsweise ich vom DMSB, unterstützen ihn, so gut es geht. Wir arbeiten an einigen neuen Projekten, über die ich aber nichts sagen darf. Was ich aber sagen kann ist, dass ich sicherlich mehr Hoffnung habe als vor einem halben Jahr. Es geht in die richtige Richtung.“

Das zweite Problemkind ist derzeit die WEC. In der LMP1 ist nur noch ein Hersteller übrig. In Fachkreisen ist man sich einig, dass die höchste Fahrzeugklasse einfach zu teuer ist. Wie ist deine Meinung dazu?

„Dass es zu teuer ist, haben wir schon vor fünf Jahren gesagt. Wir haben ständig mit dem ACO gesprochen und das Thema Kosten immer wieder betont. Aber dort sind sie leider etwas beratungsresistent. Dafür kriegen sie jetzt die Quittung. Dafür haben sie in der GTE ein boomendes Feld.“

Vor zwei Jahren hätte beinahe ein LMP2-Auto gewonnen, das den Bruchteil eines LMP1-Boliden kostet. Macht es für dich noch Sinn an der LMP1 festzuhalten?

„Es gibt ein neues Reglement, das aber noch nicht bis ins Detail geht. Aber ich hoffe, sie haben es kapiert und gehen in Sachen Kosten neue Wege. Die Gelder, die ein LMP1 derzeit verursacht, sind einfach nicht da, da sich die Hersteller meist auf verschiedene Dinge konzentrieren. Die Zeit des großen Geldverschwendens ist vorbei. Die Frage ist natürlich auch, ob man in allen Top-Rennserien Hybridantriebe benutzen muss. Und wenn schon Hybrid, dann bitte ein Einheits-System um zu sparen.“

Porsche hat unlängst mit dem 919 Evo einige aufsehenerregende Rekordfahrten absolviert. Wie denkst du darüber?

„Ich finde es gut, dass man es geschafft hat. Auf dem Nürburgring hatte ich allerdings Sicherheitsbedenken. Ich bin froh, dass es vorbei ist und nichts passiert ist. Aber jetzt muss auch mal wieder Ruhe sein mit solchen Sachen. Denn wenn etwas passiert wäre, wäre natürlich auch die Chance groß gewesen, dass der Nürburgring geschlossen wird. Jean Todt meinte, dass wenn wir am Nürburgring so fahren wie jetzt, alles okay ist. Wenn wieder etwas Schlimmes passiert, dann sperren wir zu.“

Es ist nun schon einige Zeit vergangen, seit die Nordschleife sicherheitstechnisch überarbeitet wurde. Damals gab es viele böse Stimmen und Kritik. Wie sieht die Situation heute aus?

„Wir haben gemacht, was maximal möglich war, ohne die Rennen allzu sehr einzuschränken. Rennwagen wie die der GT3-Kategorie sind nicht mehr zum Springen geeignet. Deshalb haben wir einige Stellen wie den Flugplatz entschärft und wenn wir die Rundenzeiten um die acht Minuten halten, ist das auch okay.“

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