Offizielle Fotoseite der Ennstal-Classic:  (© Ennstal Classic)
<<  zur News Übersicht

  25 · 26 · 27 · 28 · 29    

Merzario, Mass und andere Formel 1 Pensionisten

Sie kommen zur Ennstal-Classic weil unser Event für sie
ein Rückfahrticket in die Jugend ist.

Arturo Merzario fuhr 57 Formel 1-Rennen auf Ferrari, Williams, March, Wolf und seinem Grand Prix-Eigenbau. Er gilt als Lebensretter von Niki Lauda, als dieser am 1. August 1976 am Nürburgring seinen Feuerunfall hatte. In der „Gazzeta dello Sport“, gab er seinerzeit die erregendste Schilderung dieser Rettungsaktion zu Protokoll: „Als ich in der Bergwerk-Kurve die gelben Fahnen sah, bremste ich aus 260 ab. Ich sprang sofort aus meinem Williams, entschlossen zu helfen. Kaum war ich aus dem Wagen, hörte ich Nikis Schreie. Ich ließ mir von einem Streckenposten einen Feuerlöscher geben und begann zu löschen. Lauda schrie um Hilfe, seine Schreie waren schrecklich. Dann übernahm Harald Ertl den Feuerlöscher, er schlug eine Gasse in die Flammen, in die Edwards und ich uns hineinstürzten. Wir hatten größte Mühe Niki aus dem Wagen zu ziehen, denn seine Gurte ließen sich nicht gleich öffnen.“ Merzario bekam später von Niki für die heroische Rettungsaktion eine goldene Uhr geschenkt...

Heuer kommt der inzwischen 76jährige Italiener zum zweiten Mal zur Ennstal-Classic. Wir werden ihn am Freitag auf dem Alpenfluglatz Niederöblarn bei der Speed-Show sehen, und am Samstag im Porsche Design Grand-Prix von Gröbming. In beiden Fällen wird er jenen Abarth 2000S Sportwagen demonstrie¬ren, mit dem er 1969 die Europa-Bergmeisterschaft bestritt. Jochen Mass ist wieder bei der Ennstal: Der Mann, der 105 Formel 1-Starts (ein Sieg, und zwar in Spanien) hinter sich hat, für Surtees, McLaren, Arrows und RAM im Cockpit saß und in den 80er Jahren für Porsche und Sauber-Mercedes in den großen Sportwagen-Rennen erfolgreich war, pilotiert heuer einen Chrysler 300 den ihm Bruno Flückiger zur Verfügung stellt. Am Nebensitz Autofilmemacher Martin Utberg.

Der Mexikaner Jo Ramirez, Jahrgang 1942, kam mit Ricardo Rodriguez 1960 nach Europa. Er arbeitete als Mechaniker für Maserati, Lamborghini, am Ford GT40-Projekt in England, bei Tyrrell und Fittipaldi. 1983 kam er zu McLaren, wo er als Team-Manager die große Zeit von Lauda/Prost, danach die Senna/Prost/Honda-Ära und 1998/99 die beiden WM-Titel von Mika Häkkinen erste Reihe Mitte erlebte. Zusammen mit seinem Navigator Alberto Dona fährt er einen Porsche 912, der ihm von Franz Wittners Car Collection in Steyr-Dietach zur Verfügung gestellt wird.

Daniele Audetto zählt in der Vollgas-Branche zu den Urgesteinen. Er war Ferrari-Rennleiter, als Niki Lauda 1976 im Regen-Chaos von Fuji mit den Worten aus dem Ferrari stieg „Es gibt wichtigere Dinge im Leben als die Weltmeisterschaft – nämlich zu leben!“ Audetto begann als Co-Pilot  von Luca di Montezemolo und Sandro Munari im Lancia-Werksteam, er löste später Montezemolo als Ferrari-Rennleiter ab. Als Chef aller Fiat-Motorsportaktivitäten war er für den Gewinn des FIA-Cup 1977 mit Sandro Munari und des Konstrukteurs-Titels 1980 im Rallye-Sport verantwortlich. Ab 1981 war er Business-Konsulent bei Arrows und Toleman, bei Lamborghini managte er zwischen 1989 und 1993 das Formel 1 Motoren-Programm, später übernahm er beim Formel 1-Team von Renault den Job des Business-Entwicklungsdirektors. Wie schon in den vergangenen Jahren ist er heuer wieder Co-Pilot bei seinem Freund Helmut Neverla, dem Wiener Oldtimer- und Lancia-Spezialist, in dessen Flavia Coupé (1,8 Liter, 90 PS, Baujahr 1964).

Fotos: Arturo Merzario, Jochen Mass, Daniele Audetto mit Fahrer Helmut Neverla / (c) Ennstal-Classic

2019_Arturo Merzario
2019_Jochen Mass
2019_Daniele Audetto