Offizielle Fotoseite der Ennstal-Classic:  (© Ennstal Classic)
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Ein Interview mit dem Gröbminger Bürgermeister

Thomas Reingruber im Interview mit TME. Er ist Bürgermeister von Gröbming und seit Ende Mai 2018 im Amt und erlebt in dieser Funktion seine zweite Ennstal-Classic.

Herr Bürgermeister, was macht es mit Ihnen, wenn Ihre Stadt zwei Mal im Jahr, einmal im Winter zur Planai-Classic und besonders im Sommer zur Ennstal-Classic total Kopf steht?
Im Winter ist die Veranstaltung etwas kleiner gehalten, aber im Sommer ist die Region schon im Classic-Fieber. Unser Ort versprüht in dieser Woche ein ganz besonderes Flair und wir freuen uns sehr auf diese Veranstaltung. Sie ist die größte, dir wir im Jahreszyklus haben. Die Bekanntheit von Gröbming ist mit der Ennstal-Classic enorm gewachsen und eng verbunden.

Die Wirtschaftsfaktoren einer der bedeutendsten Automobilsport-Veranstaltung Europas sprechen eine deutliche Sprache. Wie kann eine Region, ja eine kleine Stadt mit gerade einmal etwas mehr als 3.000 Einwohner diese anspruchsvolle Aufgabe stemmen?
Die Veranstaltung ist ja nicht von heute auf morgen so explodiert, sondern über die Jahre sukzessive gewachsen. Außerdem sind wir Obersteirer Organisationsprofis – siehe Formel 1, Nightrace oder Skifliegen. Der Mammutanteil dieser Aufgabe wird aber schon von den Familien Glöckner und Zwickl mit ihren Teams gestemmt.

Sensationellen Wirtschaftsfaktoren sind das eine, mögliche Belastungen für die Bevölkerung das andere. Wie schafft Ihre Gemeinde diesen Spagat?

Der Großteil der Bevölkerung steht hinter der Veranstaltung. Es gibt natürlich auch Kritiker und Nörgler. Wie es im Leben bei allem ist. Als Gemeinde versuchen wir den Eingriff in das alltägliche Leben unserer Bewohner so gering wie möglich zu halten. Speziell für die Bewohner des Ortszentrums, wo sich Start/Ziel befinden und auch das Rahmenprogramm der heimischen Wirte stattfindet. Hier leiten wir den Verkehr um und haben alternative Parkmöglichkeiten geschaffen.

Ein sagenhafter Medienwert von kolportierten drei Millionen Euro, 190 akkreditierte Journalisten. Ist Gröbming noch Mitglied im regionalen Tourismusverband oder schon ausgetreten? Und wenn nein, warum nicht?

Gröbming ist natürlich weiterhin Mitglied im Tourismusverband Gröbmingerland und zugleich im Dachverband Schladming-Dachstein. Unser Tourismusverband ist ein wichtiger Partner für die Ennstal-Classic und nur gemeinsam mit der gesamten Region können wir eine solch große Veranstaltung auch durchführen. Gröbming wäre alleine gar nicht in der Lage genügend Betten für die Teilnehmer, ihren Teams, Besuchern, Medienvertretern und auch den freiwilligen Helfern bereit zu stellen. Für die gesamte Region bedeutet das gut 20.000 Nächtigungen.

Wie erklären Sie sich diesen sensationellen Erfolg der Ennstal-Classic? Ist er nur den beiden „verrückten“ Motorsportfans Michael Glöckner und Helmut Zwickl zu verdanken oder steckt in der Region ein Gen, das weitestgehend unbekannt ist?
Natürlich sind die beiden wichtige Zugpferde und haben für die Teilnehmer und Besucher wunderbare Rahmenbedingungen geschaffen. Ein wichtiger Faktor ist aber bestimmt auch unsere wunderbare Gebirgslandschaft mit dem passenden Menschenschlag dazu. Ein Gesamtpaket, das es so kein zweites Mal gibt.

Sie sind im Jahre 1992 als Zwölfjähriger, ein Jahr vor der Gründung der Ennstal-Classic mit Ihrer Familie nach Gröbming gezogen. Wie haben Sie als Junge oder Jugendlicher die Veranstaltung der ersten Jahre und bis heute erlebt?
Ich kann mich noch an die erste Ennstal-Classic erinnern. Sie ist mit den heutigen Veranstaltungen gar nicht mehr zu vergleichen. Und total verrückt:  Anfangs dachten wir, das wäre eine einmalige Geschichte. Sollte es glücklicherweise nicht sein.

Gibt es ein Erlebnis, das sie tief mit der Ennstal-Classic verbindet?

Ich habe selbst lange Jahre im Rahmenprogramm mitgearbeitet. Das heißt eine Woche Urlaub nehmen und 70 Stunden arbeiten. Wir haben mit unserem Faschingsverein eine Bar betrieben.

Sie sind erklärter Sportfan und Naturliebhaber. Wie stehen Sie zum Automobil im Allgemeinen und zu Classic-Fahrzeugen im Speziellen?
Grundsätzlich ist das Auto ein Nutzungsgegenstand für mich, da ich auch beruflich viel unterwegs bin. Tatsächlich besitze ich selber einen Oldtimer. Mein zweites Auto war ein Toyota Celica Baujahr 1991, den ich immer noch habe. Er muss allerdings erst renoviert und fahrtauglich gemacht werden. Aktuell ist er beim Mechaniker meines Vertrauens zwischengelagert.

Sind Sie bei der Ennstal-Classic schon einmal mitgefahren, oder haben Sie wenigstens davon geträumt?
Dieses Vergnügen hatte ich noch nie. Aber ich habe den Veranstaltern bereits ein Angebot gemacht, dass ich zur 30. Ennstal Classic, sofern ich noch Bürgermeister bin, als Promifahrer zur Verfügung stehe. (lacht)

Was möchten Sie Michael Glöckner und Helmut Zwickl mit auf den Weg geben und was ist Ihr größter Wunsch für die Ennstal-Classic 2019?
Das Wichtigste ist, dass die Classic so unfallfrei wie nur möglich über die Bühne geht und dass das Wetter mitspielt. Für die Zukunft wünsche ich den beiden die nötige Motivation, die Veranstaltung noch so lange wie möglich durchzuführen und dies auch weiterhin an die Marktgemeinde Gröbming zu binden.

Foto: Thomas Reingruber (li.) & Hans-Joachim Stuck © Ennstal-Classic

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