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Happy Birthday Sir Stirling Moss!

Am 17. September feierte Sir Stirling Moss seinen 90. Geburtstag.

Stirling ist Jahrgang 1929 und er fuhr alles: von Cooper-JAP über HMW, Jaguar, Austin Healey, ERA, Cooper-Alta, Connaught, Ferguson, MG, Maserati, Mercedes, Ferrari, Porsche, Cooper-Climax bis Vanwall, Aston Martin und Lotus.

Er war der Einzige, der Fangio fordern und im Sportwagen besiegen konnte. Er war ein Phänomen in punkto Car Control und Bremstechnik, seine Härte war poliert, er fuhr immer auf Sieg. Er wurde 1955, 56, 57 und 1958 Vizeweltmeister, aber nie Weltmeister. Aus 68 Formel 1 Starts holte er 16 Siege und 16 Pole-Positionen.

Zwischen 1948 und 1962 fuhr er 466 Rennen, 194 Mal gewann er. Stirling war sicher der beste, universellste Rennfahrer aller Zeiten. Und er war der erste richtige Profi mit Manager und Privatflugzeug. Er hatte etliche schwere Unfälle in seiner Renn-Karriere, fast alle entstanden durch Materialdefekte: brechende Radaufhängungen, Räder, die sich vom Chassis abmeldeten, blockierende Bremsen, versagende Lenkungen, hängende Gaspedale. 1962 hatte er in Goodwood jenen schauerlichen Unfall, der seine sagenhafte Karriere beendete. Die Versicherung zahlte eine Riesensumme.

Ein Jahr danach, wollte er in Goodwood in einem Rennsportwagen sehen, ob er noch der Alte war. Nach der Testfahrt wurde ihm klar: Nein, ich beende meine Karriere. Später sagte er einmal: «Dieser Test kam zu früh, ich hätte noch warten sollen...». 1980 ließ er sich zu einem Racing-Comeback bei der britischen Tourenwagen Meisterschaft auf Audi hinreißen. «Das war ein Fehler» behauptete Stirling, für den Fronttriebler und die Slick-Reifen war sein Talent – und das ist erstaunlich – nicht geschaffen.

Er investierte in Liegenschaften, einst offenbarte er in einem Interview: «Ich kaufte das Bauland für mein Londoner Haus für 5000 Pfund. Heute ist es mehr als 10 Millionen wert...». Am 9. Juni 2011 fuhr er mit seinem Porsche 550 Spyder, den er sich für viel Geld privat restaurieren hatte lassen, das Qualifying für ein Legenden-Race in Le Mans. Nach wenigen Runden stellte er den Betrieb ein. «Ich habe mich selber geschreckt» waren seine Worte. Sir Stirling hatte sein Ablaufdatum erreicht.
Selbst jener Unfall in seinem Londoner Haus, ging letztlich auf ein technisches Gebrechen zurück. Stirling wollte in seinen Aufzug steigen – die Tür im dritten Stock war offen – jedoch stieg er ins Leere, denn der Aufzug steckte im vierten Stock. Stirling stürzte im Schacht bis in das Parterre hinab.

Seine Gattin Susie sagte damals: «Aber Stirling ist zäh wie altes Leder...» Und so nahm er weiter seinen unglaublichen Terminkalender wahr, mit Auftritten in der ganzen Welt. In seiner Glanzzeit waren 1000 Pfund sein Startgeld, aber auch als Botschafter hatte die Marke «Sir Stirling Moss» ihren Preis. Die heutige Formel 1 ist ihm «zu sicher geworden. «Die Gefahr» war von ihm zu hören, gehört zum Rennsport. Meine Herausforderung war, an der Grenze des Möglichen zu fahren, ohne dabei zu sterben. Fehler waren zu meiner Zeit tödlich.»

Seit er im Herbst 2017 in Singapur einen Virus eingefangen hatte, konnte er sich nicht mehr erholen. Er wurde zu einem 24 Stunden-Pflegefall. Ihm zur Seite steht Susie. Die um 21 Jahre jüngere Susie ist seine dritte Frau, mit der er den gemeinsamen Sohn Elliot hat, der 1980 geboren wurde. Susie war in den letzten Jahrzehnten die Leitfigur seines Lebens. Sie reiste mit ihm durch die Welt, beide wurden die begehrtesten Botschafter des Autorennsports, sie kochte, sie koordinierte seine Termine, managte seine Verträge und war jahrelang bei der Ennstal-Classic sein Navigator und sie war seine Stütze, als sein durch viele Unfälle malträtierter Körper immer mehr Beistand brauchte.

Sir Stirling, der am 17.September 1929 geboren wurde, bekam alle Auszeichnungen und Ehren die es gibt, von der Henry Segrave Trophy bis zur FIA Gold Medaille.

Happy Birthday Stirling!

Foto 1: Susie und Stirling Moss
Foto 2: Johnson Brian und Stirling Moss
Foto 3: Nigel Mansell und Stirling Moss
(c) Ennstal-Classic

2019_Sir Stirling Moss
2019_Stirling_Johnson
2019_Stirling_Mansell