Offizielle Fotoseite der Ennstal-Classic:  (© Ennstal Classic)
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Es wird schwieriger, die echten Lenkrad-Legenden zu finden  und vor den Vorhang zu holen...


von Helmut Zwickl


Als wir 1993 die erste Ennstal-Classic organisierten, war die Oldtimer-Welt
eine ganz andere. Sie war erst im Aufblühen.

Die großen Namen der Vollgasbranche
waren für einen Auftritt leicht zu begeistern. Auf die Frage, wie hoch das Startgeld für Walter Röhrl sein müsste, antwortete er: «Vergesst das. Wenn ich in
meiner aktiven Karriere nicht vorgesorgt hätte, dann hätte ich was falsch gemacht.»
Der Walter kam also gelinde gesagt um nix.
Bei Stirling Moss sah das schon etwas anders aus. Er hatte auf der ganzen Welt
seinen Preis und er war jedes Pfund wert. Im Laufe der Jahre entwickelte sich eine
tiefe Freundschaft,  Susie und Stirling wurden zu den Galionsfiguren der Ennstal-
Classic.
Im Lauf der Jahre hatten wir alles an Bord, was Rang und Namen hatte, nicht
nur in der Welt des Motorsports. Von Rowan Atkinson bis Brian Johnson.
Sogar diese Weltstars kamen umsonst, Mr. Bean ließ sich nicht einmal das
Hotel bezahlen! Brian Johnson , der AC/DC Star, wurde von Richard Frankel
motiviert ins Ennstal zu kommen.
Mit den Jahren passierte, was Jacky Ickx so treffend formulierte: «Wir leben heute
von der Rendite unserer großen Zeit».
Wir brauchten Sponsoren um uns die großen Stars wie Nigel Mansell, Emerson Fittipaldi, Mario
Andretti und Jackie Stewart leisten zu können.
2008 hielt der «Club International des Anciens Pilotes de Grand Prix F.1» sein Jahrestreffen bei der Ennstal ab. In Summe waren das einige tausend Rennen und Siege, errungen von Fahrern in einer Zeit, als die Lebenserwartungen der Piloten nicht sehr hoch war. Es waren wunderbare Begegnungen mit Ikonen wie Tony Brooks, Nino Vaccarella, Hans Herrmann und sogar Sebastian Vettel war hier. Aber  ohne einen Sponsor wie Mercedes-Benz wäre das nie zu Stande gekommen.
Was im Laufe der Jahre dazu kam: die Stars wurden älter, ihr Glanz verblasste, ihr Bekanntheitsgrad auch.
Heute muss man der Jugend bereits erklären, wer Jochen Rindt war...
Viele, die bei uns waren sind nicht mehr am Leben: Sir Stirling Moss, Michele Alboretto,
Maria Theresa de Filippis, John Surtees, Klaus Wildbolz, Gunther Philipp, Paul Ernst Strähle, Erik Carlsson, Björn Waldegard...
Wann wir Gerhard Berger bitten, und er hat Zeit, kommt er. Um nix.
Er wäre auch heuer gekommen, um mit Preisträgern eines geplanten Gewinnspiels auf dem
Fluglatz von Niederöblarn Taxifahrten zu unternehmen. Mit einem neuen Ferrari.
Auch die Autos wurden älter. Manche Ferrari beispielsweise wurden immer wert-
voller, so setzt man sie lieber der Garagenluft aus, als einem harten Wettbewerb.
Porsche brachte die Stars seines Langstrecken-WM Teams zur Ennstal-Classic plus Angelique Kerber,
ein Patrick Dempsey überstrahlte alle, weil er eine neuen Zeit markiert: ein
charismatischer Hollywood-Star der auch Rennen fährt. Heuer wäre Schi-König
Aksel Lund Svindal im Porsche 550 Spyder (der auch am Plakat ist)  als Markenbotschafter von Porsche zur Ennstal gekommen.
Es wird schwieriger die echten Lenkradlegenden zu finden und vor den Vorhang zu holen.
Wie schön dass es den Strietzel Stuck gibt. Er ist quasi unsere neue Galionsfigur!

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