Neuerbauer_Trophäe_2018

1996 wurde erstmals bei der Ennstal-Classic die „Alfred Neubauer-Trophäe“ für den Gesamtsieger vergeben, eine Auszeichnung die der berühmte Rennleiter von Mercedes-Benz noch zu Lebzeiten persönlich an Leute wie John Surtees, Jim Clark, Jackie Stewart, Jochen Rindt und Niki Lauda verliehen hatte.

1977 wurde das großformatige Bronze-Relief, das Neubauer mit seinen Boxensignalen und Stoppuhr beim Grand Prix von Frankreich zeigt, zum letzten Mal verliehen. Weltmeister Niki Lauda stellte sie Mercedes-Benz Österreich zur Verfügung. Der damalige Pressechef von Mercedes-Benz in Salzburg, Wolfgang Gruber, hatte sie auf seinem Schreibtisch stehen und er ließ der Ennstal-Classic die Ehre zukommen, die Auszeichnung künftig für ihren Gesamtsieger als Wandertrophäe bereitzustellen. Das Original darf der Sieger ein Jahr behalten, danach bekommt er eine verkleinerte Replica.

Wer war Alfred Neubauer?

Er galt als Erfinder der Boxensignale. Als Neubauer in den Zwanzigerjahren Rennen fuhr, kam er dahinter, dass ein Fahrer während eines Rennens „der einsamste Mensch ist, der Hilfe von außen braucht.“ Neubauer erfand eine Zeichensprache aus Tafeln, die dem Fahrer Zeitabstände, Platzierungen und taktische Anweisungen signalisierten. Er zog bereits vor dem Krieg im Mercedes-Rennstall die Fäden, Rudolf Caracciola war sein heimlicher Liebling. 1950 baute er die neue Rennabteilung auf, die mit großen Siegen in der Carrera Panamericana und Le Mans zu Lorbeeren kam und 1954/55 die Grand Prix Pisten und die Langstreckenrennen beherrschte.

Neubauer ging als „Herr der Silberpfeile“ in die Geschichte ein. Er führte ein strenges Regime, seine Fahrer waren ein Leben lang per Sie mit ihm, seine Stimme war markant, wie die eines Burgschauspielers. Er war ein Original und eine Autorität, schon zu Lebzeiten wurde er legendär. Neubauer starb 1980 im Alter von 89 Jahren recht einsam in seinem Haus in der Nähe von Stuttgart.

Im Bild: Alfred Neubauer im Kreise seiner Piloten nach dem Mille Miglia Sieg 1955: v.l. Cheftechniker Uhlenhaut, Moss Copilot, Dennis Jenkinson, Alfred Neubauer und Stirling Moss