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In Memoriam Carlo Abarth: Die Ennstal-Classic und der Skorpion

Carlo Abarth war eine Respektsperson, eine Autorität. Auf seinem Schreibtisch standen zwei Telefone, die ständig klingelten und ein bronzener Skorpion, der die giftige Angriffslust seiner Rennwagen symbolisierte.

Hinter ihm dominierte eine Wand mit Rennfahrer-Fotos. Man sah Ascari, Fangio, Musso, Castellotti, den alten Stuck und Hans Herrmann. Man sah Fotos, auf denen Karl Abarth über die Wiener Höhenstraße jagte. Seine Rennautos waren für ihn persönliche Werte. Wer eines „ankratzte“, der fügte ihm persönliches Leid zu. Über Jochen Rindt sagte er einmal: „Der Rindt leidet nicht, wenn er mir ein Auto kaputt macht. Ein Rennfahrer muss leiden, wenn er was ruiniert...“

Mit seinen Fahrern ging er in die teuersten Lokale essen. Zu solchen Essen musste man antreten, da kannte er kein Pardon. Er gab sich unnahbar wie Enzo Ferrari und seine Show im Rennen war unüberbietbar. Er dirigierte seine Autos vom Pistenrand, als wäre er Karajan. Mit seinen Sport-Auspuffen wurde er weltweit zum Synonym für das Frisieren von Autos. Zu seinem Andenken, er wäre am 15. November 110 Jahre alt, bringt die Ennstal-Classic vier klassische Skorpion-Renner an den Start: „Wir ließen Arturo Merzario einfliegen, der mittlerweile 75 Jahre alt ist, und 57 Formel 1 Rennen auf Ferrari, Williams, March, Wolf und seinem Eigenbau fuhr, und der als Lebensretter von Niki Lauda gilt, als dieser am 1. August 1976 am Nürburgring seinen Feuerunfall hatte.“

Merzario wird am Freitag ab 17 Uhr auf dem Flugplatz Niederöblarn beim Shorun teilnehmen, er fährt jenen Fiat Abarth 2000 Sport Spider dessen 2 Lit., Vierzylindermotor sensationelle 250 PS bei 8.700 U/min. leistet. Ein Auto, mit dem Merzario 1969 in Mugelo gewann. Samstag wird Merzario dieses Auto beim ZENITH Grand Prix in Gröbming demonstrieren.

Franz Steinbacher, der bekannte Oldtimer Gutachter, der zwischen 1962 und 1968 in der Rennabteilung von Carlo Abarth in Turin arbeitete, gilt heute auch als Gründer der Kommission „Abarth Classice“. Er fährt einen Abarth Formula 2000 aus dem Jahre 1979 wie er als Einstiegs-Modell für den Rennsport gedacht war. Laut Steinbacher das allerletzte Auto, an dem Carl noch als technischer Berater im Werk mitgearbeitet hat. Aus Salzburg bringt Mike Hofer seinen wunderschönen Abarth 1000SP Rennsportwagen und last but not least wird Anneliese Abarth den nur zweimal gebauten Fiat Abarth Alemano 2400 nach Gröbming chauffieren, mit dem Carlo ab 1963 zu den Rennen fuhr. Carlo Abarth starb am 24.10.1979 in Wien.