Die Stars auf der Ennstal Classic:  (© Ennstal-Classic)

Oldtimer – keine Sekte, eine Bewegung!

Die Ennstal-Classic ist geschlagen und sie hat uns eines gezeigt: Oldtimer sind eine Bewegung. Mit vielen tausenden Zuschauern die das alte Blech bewundern, mit viel Gegenliebe in der Bevölkerung, eine ganze Industrie hat sich rundherum etabliert, und der Sprung vom digitalisierten Cockpit der neuen Autos in das Uralt-Vehikel wurde zur Abenteuerreise.

Die Beweggründe sind verschieden: manche verfallen der Nostalgie, manche lösen sich ein Rückfahr-Ticket in die Jugend. Viele sind Quereinsteiger mit leider sehr wenig Wissen um den geschichtlichen Werdegang ihres Autos. Sehr viele jedoch wissen alles über ihr Auto. Manche suchen Prestige, andere wieder ein Erfolgserlebnis, Spekulanten die viel Geld am Spieltisch haben, sind vermehrt dabei.
Vor wenigen Jahren hatten wir noch 17 Ferrari am Start, heuer waren es zwei, und einer in der Racecar-Trophy.

Wieso?
Offenbar sind die Ferrari bis Baujahr 1972 zu teuer geworden, die Besitzer halten ihr Juwel lieber in der sicheren Garagenluft. Im Laufe der 25 Jahre sind nicht nur die Autos, sondern auch ihre Besitzer ein wenig älter geworden.
Wir tragen dieser Tatsache Rechnung und fahren an zwei Tagen jeweils nur knapp über 400 km. Es gab Zeiten, da sind wir über 650 km am Tag gefahren. Aber leichter wollten wir die Ennstal trotzdem nicht machen.

Die Autos wurden im Laufe der Jahre immer besser präpariert. Und die Ennstal-Classic ist auch im 25. Jahr keine Schnauferl-Parade geworden, hartes sportliches Autofahren steht immer noch an erster Stelle und das Rekord-Nennungsergebnis von über 300 Autos ist für uns ein Votum gewesen für unsere Philosophie vom "Autofahren im letzten Paradies" Die allgemeine Zufriedenheit war überwältigend. Vom Wetter über die Strecke bis zum Abend-Buffet war die Jubiläums-Ennstal ein voller Erfolg.

Obwohl wir am Red Bull-Ring in das Wochenende der  Le Mans-Sportwagen Serie reinfielen, und keinen Zugang zur Boxengasse hatten, und auch das Fahrerlager nicht benutzen konnten, wickelte sich Ennstal und Racecar-Trophy in neuen Bereichen ab: die Racecar-Trophy sammelten sich im Driving Center, die Ennstal auf dem großen Parkplatz vor der Haupttribüne. Die neue Infrastruktur bewährte sich.

Die Sensation für mich war, dass der Gesamtsieg der Ennstal erstmals an einen Vorkriegwagen ging: Alexander und Florian Deopito, das Vater-Sohn Team aus Pürgg im Ennstal, fuhren einen Lagonda LG6 Le Mans Special aus dem Jahre 1938, den Ernst Chalupa – die beste Adresse für englisches Alteisen – von Grund auf restauriert hatte. Die Leistung des Siegerteams war ein Lesezeichen im Geschichtsbuch der Ennstal-Classic, die von Ernst Chalupa auch.

Geben wir Dr. Wolfgang Porsche das Schlusswort: "Die Ennstal-Classic ist wie eine große Familie!"