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Margarita und Magdalena Voglar gewinnen die PLANAI-CLASSIC 2026

Ein tiefwinterliches Ennstal sieht die Geschwister Margarita und Magdalena Voglar auf Platz 1 der Planai-Classic 2026. Nach dem Gesamtsieg bei der Ennstal-Classic 2024 holen  die jungen „Alfistisisters“ nun auch die Winter-Trophäe nach Graz.

Es war eine Planai-Classic nach dem Geschmack aller Beteiligten. Speziell die Piloten der neun Vorkriegs-Fahrzeuge im Starterfeld (zwei Bentleys, drei Bugatti, ein Austin Seven Ulster Special, ein Sunbeam Supersport, ein Delage und ein Frazer Nash) feierten den pünktlich zum Dachsteinprolog eintreffenden Winter mit Schneefall an allen drei Veranstaltungstagen.

Sie sind die wahren Helden der ersten Oldtimer-Rallye des Jahres 2026, zumindest was ihr Durchhaltevermögen betrifft. Durch dichtes Schneetreiben entweder ohne, oder mit nur kläglich bewischbarer Frontscheibe, gänzlich im Freien sitzend: Das erfordert wahren Oldtimer-Enthusiasmus. Dabeisein ist alles, Durchhalten bis ins Ziel ist die wahre Challenge für Material und Menschen – dieser eingeschworenen Truppe (die beiden Bentley Teams Harborne/Ogden und Hayden/Davis sind gar auf Achse aus Großbritannien angereist und fahren morgen wieder ebenso retour) geht es weniger um Punkte, als um den Spaß an der Freude.

Aber auch den Routiniers, den Profi-Teams, den langjährigen, erfahrenen Teilnehmer/-innen der Planai-Classic bereiteten die winterlichen Bedingungen Herausforderungen. Schon beim Start-Prolog auf den Dachstein war Reaktion auf die glatte Fahrbahnbeschaffenheit gefragt, bisweilen wurde hektisch Bereifung gewechselt. Aber auch bei den anderen „Klassikern“, etwa der Sonderprüfung auf der Gröbminger Trabrennbahn oder den Runden auf dem Flugfeld Niederöblarn, wo eine vorgegebene Zeit mehrmals exakt erreicht werden muss, war viel Gespür an der Pedalerie gefragt.

Höhe- und Schlusspunkt am Samstag: Wie immer die zwei Wertungsfahrten auf die Planai. Durchgängig feine Schneefahrbahn, leichte Sonne zu Mittag, dichter Schneefall beim zweiten Lauf am Nachmittag. Und wie schon in den letzten Jahren herrschte Spannung bis zuletzt. Schließlich konnte das Duo Günter Schwarzbauer / Erich Hemmelmayer (auf Datsun 240Z von 1972) den nach Tag 2 führenden Alfistisisters Margarita und Magdalena Voglar (auf Alfa Giulia TI) schon bei den letzten Sonderprüfungen gefährlich nahegekommen und auch die abschließende Planai-Sonderprüfung knapp für sich entscheiden.

In der Endabrechnung aber konnten die jungen Grazerinnen ihren Alfa auf Platz 1 stellen und somit ihr lange gestecktes Ziel erreichen, zum ersten Mal die Planai-Classic zu gewinnen – was ihnen ja bereits 2024 bei der Ennstal-Classic (als jüngste Gewinnerinnen der Geschichte) gelang. Mit knapp 350 Punkten Vorsprung blieben Schwarzbauer/Hemmelmayer im Endklassement Zweite. Den dritten Platz erreichten die Schweizer Claude und Andrea Schwegler auf Volvo 123 GT (1969), mit hauchzartem Punktevorsprung vor (den ehemaligen Planai-Siegern) Mlcoch/Steidler und Krammer/Krammer (HIER gehts zum Endergebnis.)

Es ist ein großer Erfolg für die beiden jungen Grazerinnen, denen die Lust auf den Oldtimer-Sport quasi in die Wiege gelegt wurde (Vater Thomas Voglar ist Ennstal- und Planai-Routinier und war auch heuer wieder dabei). Margarita und Magdalena haben sich in der Oldtimer-Rallyeszene auch international längst einen Namen gemacht, das nächste Ziel ist klar gesetzt: Nach dem zweiten Platz im Vorjahr wollen die Alfistisisters Voglar bei der kommenden Ennstal-Classic 2026 (von 22. bis 25. Juli) wieder den obersten Platz am Siegertreppchen einnehmen.

Die Bilanz der Alfistisisters zeigt: das ist kein Zufall, sondern harte Arbeit. Und dass zwei junge Damen die Professionalität und Leidenschaft mitbringen, den Oldtimer-Sport auf derart hohem Niveau auszuüben, dass sie mittlerweile in fast jedem Starterfeld zu den Favoritinnen zählen, macht den Veranstaltern der Planai-Classic – wo ja auch bereits die junge Generation die Streckenplanung übernommen hat – Hoffnung und Freude. Auch die Piloten der Vorkriegsfahrzeuge sind durchwegs Youngsters, versammelt um Jonas Lach, der schon seit mehreren Jahren zu den Fixstartern bei Planai- und Ennstal-Classic zählt und mit knapp 30 Lenzen längst eine Art Lichtgestalt der europäischen Vorkriegs-Oldtimerszene ist (sein Kanal „Jonnys Garage“ hat 275k Follower auf Instagram). 

Fest steht: wer angesichts der Planai-Classic 2026 von einer „aussterbenden Sportart“ spricht, hat sich das Starterfeld sehr schleissig angesehen.

Alle Fotos zum Event finden sich HIER